Aktien und Fond (Startups)

Autor: Jun Sasaki

Illustratoren: Hiriko Izumida, Jun Sasaki

Verlag: Oink Games

Eigentlich mag ich spiele über Wirtschaft nicht wirklich. Sobald jemand ein Spiel vorschlägt, in dem Aktien oder Marktanteile vorkommen, passe ich meistens sofort. Daher weiß ich gar nicht mehr, wie ich auf dieses Spiel gekommen bin und warum es sich heute in meiner Sammlung befindet und zu allem Überfluss, seinen Platz halten kann.

In Startups repräsentieren wir Investoren, die über Aktien von sechs verschiedenen Firmen am Ende das meiste Geld verdienen wollen. Zu jeder der sechs Fantasie-Firmen gehört eine bestimmte Kartenanzahl von fünf bis zehn. Die Karten repräsentieren die Aktien der Firma. Daher verwende ich die Begriffe Karten und Aktien im Folgenden synonym. Wer am Ende die meisten Aktien einer Firma besitzt, erhält von den Spielern, die weniger Aktien der Firma besitzen, bares Geld.

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Die sechs Firmen mit ihren Monopol-Markern. Wieviele Aktien eine Firma hat steht in den Ecken der Karten.

Jeder Spieler hat zu Beginn drei Karten auf der Hand und 10 Münzen im Vorrat. Der Zugablauf ist recht simpel. Man nimmt eine Karte und spielt eine Karte. Karten von der Hand spielt man entweder in seine Auslage, dann sind diese Aktien fest in Spielers Hand, oder man wirft sie in den öffentlichen Markt um den Nachziehstapel herum. Diese Karten stehen dann für alle zur freien Verfügung. Nachziehen darf man vom Nachziehstapel oder eine Karte aus dem öffentlichen Markt. Aber Moment, hier kommt eine kleine Feinheit ins Spiel. Man darf nur eine Karte vom Nachziehstapel nehmen, wenn der öffentliche Markt leer ist. Sollten sich Aktien im öffentlichen Markt befinden, muss ich vorher auf jeder der ausliegenden Karten eine Münze legen, um vom Nachziehstapel ziehen zu dürfen. Ich könnte auch einfach eine Karte aus dem öffentlichen Markt und die darauf liegenden Münzen nehmen. Sobald ich die Mehrheit an Aktien einer Firma in meiner Auslage habe, bekomme ich das Monopol dieser Firma. Ich darf nun keine weiteren Karten dieser Firma aus dem öffentlichen Markt nehmen und muss mich auf mein Glück beim Ziehen verlassen. Oder ein Mitspieler spielt inzwischen mehr Karten der Firma als ich aus und das Monopol wandert zu ihm. Jetzt wird es sehr verwirrend und so kam es mir auch in meiner ersten Partie vor. Ich kann mich noch genau daran erinnern. Nach dem ersten Spiel dachten wir alle: Mensch, was für ein blödes Spiel. Aber zum Glück haben wir ihm eine zweite Chance gegeben. Inzwischen ist es als Absacker aus unseren Runden nicht mehr wegzudenken. Einmal den Mechanismus verstanden, geht ein wildes Taktieren um die Aktien los. Wer bekennt sich zuerst zu einer Firma und spielt die erste Aktie aus? Wieviele Karten dieser Firma wird er wohl noch auf der Hand halten? Wieviele Karten dieser Firma sind wohl im Spiel? Um es spannender zu machen, werden nämlich zu Beginn fünf Karten verdeckt aussortiert.

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Spielerauslage mit Nachziehstapel und öffentlichem Markt in der Mitte

Sollte ich am Ende die meisten Aktien der Firma, zu der neun oder zehn Karten gehören, halten, bekomme ich natürlich viel Geld. Andererseits ist es schwierig weitere Karten der Firma zu sammeln, sobald man einmal das Monopol hat. Natürlich darf man den Glücksfaktor beim Kartenziehen hier nicht unerwähnt lassen. Aber durch geschicktes Taktieren und Spielen mit dem öffentlichen Markt, kann man hier viel Geld verdienen. Es kommt regelmäßig zu Stare-Downs zweier Spieler, die fast die eine identische Anzahl an Aktion halten und nur auf die eine letzte Karte warten.

Die angegebene Spielerzahl von drei bis sieben passt meiner Meinung nach nicht ganz. Ab sechs Spielern wird es etwas unübersichtlich und es verliert an taktischen Elementen. Mit drei bis fünf Spielern ist es aber sehr ausgewogen und spannend. Ich bin überrascht was der Oink-Games-Verlag immer wieder aus so einer kleiner Schachtel alles herausholt. Startups ist ein Update des Spiels „Rights“ aus dem Jahr 2015. Es wurden einige Regel- und Materialveränderungen vorgenommen. Einen Vergleich kann ich mangels Spielerfahrung in „Rights“ nicht ziehen.

Abschließend bleibt mir nur zu sagen: Startups ist ein wunderbarer Absacker. Mit einer Spieldauer von 30-45 Minuten passt er wunderbar in diese Kategorie. Von mir die Höchstnote. Eine Partie würde ich jederzeit vorschlagen und auch jederzeit mitspielen. Einen Platz im All-Star-Menü hat es sich redlich verdient.

Sechs von sechs Sternen: Delikat

Kurzfakten:

Köche: 3-7 (besser 3-5)

Zubereitungszeit: ca. 30-45 Minuten

Platz im Menü: Dessert

Zubereitungsschwierigkeit: medium

Glücksanteil: Glück durch Kartenziehen ist schon dabei.

 

3 Gedanken zu „Aktien und Fond (Startups)“

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