Everdell

Game Design: James A. Wilson

Illustration: Andrew Bosley

Verlag: Starling Games


Köche: Man nehme ein bis vier Spieler, die den Euro-Games nicht abgeneigt und dem Englischen mächtig sind. Solo spielt es sich wunderbar. Zu viert sollte man keinen Grübler am Tisch haben, sonst werden eventuell durch die lange Garzeit einige Bitterstoffe freigesetzt.


Zutaten: Ich kann nur für die Collectors-Edition sprechen, da ich nur diese besitze. Das Material ist von guter Qualität. Die Cardboards sind stabil. Der Baum lässt sich problemlos aufbauen. Die Rohstoffe sind nicht nur kleine Würfel, sondern den echten Rohstoffen nachempfunden. Daher gibt es kleine Beeren, Holzstöckchen, Kieselsteine und Harzkristalle aus Kunststoff. Jeder Spieler erhält individuelle Holz-Meeple. Außerdem ist alles inklusive des Boards sehr liebevoll gestaltet. Für mich ist es derzeit das Spiel mit dem schönsten Artwork.

Everdell 2
Der typische Aufbau von Everdell

Zubereitungszeit: Diese beträgt solo mit Aufbau ca. 45 Minuten. Zu dritt verbringt man schon ca. 1 ½ Stunden in Everdell.


Zubereitung: Everdell ist ein Kickstarter aus dem Jahr 2018. Es handelt sich um ein Euro-Game mit einem Workerplacement-Mechanismus. Ziel ist es am Ende die meisten Siegpunkte zu erlangen. Gespielt wird über vier Runden, die jeweils eine Jahreszeit darstellen. Zu Beginn besitzt jeder nur zwei Meeple (dargestellt durch kleine Schildkröten, Mäuse, Igel oder Eichhörnchen). Mit jeder Jahreszeit kommen ein bis zwei Meeple hinzu. Mit den Meeple sammelt man Rohstoffe um Karten zu kaufen und in seine Auslage zu spielen. Diese kommen entweder von der Hand oder von der Wiese unterhalb des Baumes. Als Karten gibt es Gebäude und Tiere. Jedes Tier kann einem Gebäude zugeordnet werden. Sobald man ein Gebäude ausgespielt hat, kann man den entsprechenden Bewohner, sofern er auf der Hand oder auf der Wiese ist, ohne die nötigen Rohstoffe zu bezahlen, ausspielen. Durch die Karten sammelt man nicht nur Siegpunkte. Diese generieren auch neue Rohstoffe oder vergünstigen weitere Karten. Zusätzlich kann man durch Sonder-Events Siegpunkte erlangen.

Der Kniff, den ich bemerkenswert finde, ist folgender: Sobald man alle seine Arbeiter verbraucht und seinen Zug abgeschlossen hat, bereitet man sich auf die nächste Jahreszeit vor. Man passt sozusagen und bekommt alle seine Meeple zurück und wechselt dann in die nächste Jahreszeit. Die Mitspieler spielen aber in ihrer Jahreszeit weiter solange bis auch sie passen. So wechselt jeder individuell durch die Jahreszeiten. Dies gleicht auch wunderbar den Startspielervorteil aus.

Im Solo-Modus tritt man gegen Rugwort und seinen Rattenclan an. Dieser hat auch seine eigenen kleinen schwarzen Meeple. Rugworts Schergen blockieren Rohstofffelder und Karten auf der Wiese. Zusätzlich generieren sie Siegpunkte durch erlangte Events und Special-Events, die der Spieler nicht erlangt hat. Ganz schön schwer, aber gelungen.


Wie es schmeckt: Everdell ist wunderschön. Die  Graphiken sollten aber nicht täuschen. Everdell ist kein Kinderspiel und hinter der niedlichen Fassade verbirgt sich ein knallhartes Optimierspiel. Durch die Begrenzung auf vier Runden (Jahreszeiten) verzeiht das Spiel nur wenige Spielfehler.

Zusätzlich hat man einen Vorteil gegenüber Erstspielern sobald man einige Kartensynergien kennt. Es kommt darauf an, den Überblick über ausgespielte Karten zu behalten. Einige sind nämlich auch beim Gegner in der Auslage mit eigenen Meeple nutzbar.

Auch die Glückskomponente darf man nicht außer Acht lassen. Es spielt eine Rolle welche Karten in der Auslage auf der Wiese landen und welche man auf die Hand zieht. Es gibt jedoch Mechanismen zum Tauschen der Karten um das Kartenglück etwas auszugleichen.

Des öfteren habe ich gelesen, dass einige Beschriftungen auf den Karten zu klein und fitzelig ausfielen. Dies kann ich in meinen bisherigen Runden nicht bestätigen. Vor allem kennt man die meisten Karten und deren Effekte nach der ersten Partie und findet sich anhand der Bilder in den Auslagen der Mitspieler gut zurecht.

Auch liest man, dass der Baum eher unpraktikabel sei und man die Karten nur schwer aus seinem Stamm herausziehen kann. Auch das ist mir in meinen bisherigen Runden nicht sauer aufgestoßen. Sicher, einen tieferen Sinn hat der Baum nicht. Diesen will er aber auch nicht haben. Es geht nur um das Spielgefühl. Das wird durch den Evertree großartig unterstützt.

Everdell 3
Der Ever-Tree wacht über die Bewohner von Everdell und versorgt sie mit Ressourcen

Everdell erfindet das Rad nicht neu, macht aber aus Altbewährtem vieles richtig. Die Mechaniken sind grundsolide und das Spielgefühl ist rund. An den großartigen Illustrationen habe ich mich immer noch nicht satt gesehen.

Der Solo-Modus gefällt mir auch gut. Er lässt sich schnell runter spielen und ist immer wieder fordernd. Bisher hat er mich noch nicht gelangweilt.

Im Moment läuft noch mit Everdell-Pearlbrook die Kickstarter-Kampagne zur ersten Erweiterung. Hier besteht die Möglichkeit auch das Grundspiel zu erhalten. Bei der Erweiterung bin ich natürlich dabei und werde nach Auslieferung (hoffentlich im September 2019) berichten.

Everdell ist für mich eines der Highlights aus dem Jahrgang 2018 und wird seinen festen Platz in meiner Sammlung erhalten.

Wohl bekomms!

2 Gedanken zu „Everdell“

  1. Guten Tag,
    ist das Spiel für Neulinge in der Brettspielszene geeignet oder eignet es sich weniger damit anzufangen, ohne vorher „einfachere“ Spiele gespielt zu haben, die einem bestimmte Mechaniken und Vorgänge zugänglich machen?

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    1. Hallo,
      Everdell eignet sich sich meiner Meinung nach nicht für Neulinge der Brettspielszene. Hier gibt es bessere Einstiegsspiele zumal Everdell auch nur über Kickstarter und nicht im Handel erhältlich ist. Auf Wunsch kann ich gerne mal etwas über Einstigsspiele (sogenannte Gateway-Games) schreiben.

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