Haspelknecht

Game Design: Thomas Spitzer

Illustrationen: Johannes Sich

Verlag: Quined Games


Köche: Haspelknecht ist für zwei bis vier Köche geeignet. Ich muss sagen, dass es zu zweit sehr gut funktioniert aber mit zunehmender Spielerzahl an Interaktion und Spielspaß gewinnt.


Zubereitungszeit: Wir sind mittlerweile recht fix und spielen eine Partie mit Aufbau in einer guten Stunde. Es ist aber am ehesten als Hauptspeise geeignet.


Zubereitung: Haspelknecht ist ein Rezept aus dem Jahr 2015, auf das ich zufällig im Rahmen meines Umzuges ins Ruhrgebiet gestoßen bin. Es handelt vom Beginn des Kohleabbaus, den noch einzelne Landwirte sozusagen in ihrem Hinterhof betrieben haben. Standardmäßig für Euro-Games gewinnt der Spieler, mit den meisten Siegpunkten.

Gespielt wird über drei Runden (Jahre), in denen jeweils einzelne Phasen abgehandelt werden. Die Phasen repräsentieren die unterschiedlichen Jahreszeiten. Es gilt, von Frühling bis Herbst Kohle abzubauen, Nahrung (Getreide) zu erwirtschaften und Technologien zu entwickeln. Im Winter muss man Abgaben leisten, die sich im Laufe der Jahre verändern.

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Ressourcentableau mit unterschiedlichen Aktionssteinen

Die Aktionen werden über Aktionsscheiben ausgeführt, von denen es drei verschiedene in den Farben schwarz, braun und gelb gibt. Diese werden zufällig auf unterschiedlichen Ressourcentableaus verteilt.

Hier liegt einer der Kernmechanismen des Spiels. In zwei Ziehphasen zieht jeder Spieler alle Steine einer Farbe aus einem Ressourcenpool, bis er maximal 5 Aktionsscheiben hat. Die Scheiben haben eine unterschiedliche Wertigkeit (schwarz = 1, braun = 2 und gelb = 3). Nach der ersten Ziehphase wird der Spieler mit den niedrigsten zusammengezählten Aktionsscheiben der neue Startspieler und darf in der nächsten Phase als erster neue Aktionsscheiben aus dem Pool ziehen.

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Spielertableau (Die Pinge links oben ist bereits leer und es wird fleißig im Stollen gegraben)

Die Aktionsscheiben werden von den unterschiedlichen Arbeitern auf dem Spielertableau (Bauer, Knecht, Hauer, Haspelknecht etc.) genutzt, um Aktionen durchzuführen. Die schwarzen Scheiben werden genutzt, um Kohle aus der Pinge und dem Schacht abzubauen oder Grubenwasser zu enfernen. Die braunen Scheiben werden genutzt, um Holz abzubauen. Das Holz wird benötigt, um die Stollen abzustützen, damit man weiter in der Tiefe Kohle abbauen kann. Die gelben Scheiben sind sehr begehrt und werden genutzt, um Getreide zu erwirtschaften. Vor allem die Leiharbeiter, die effektiv Kohle abbauen, an die Oberfläche befördern und Grubenwasser entfernen, können mit Getreide und/oder Geld bezahlt werden. Der Kohlengräber und der Haspelknecht arbeiten allerdings auch mit gelben Aktionsscheiben.

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Technologieplättchen die es zu erforschen gilt. Diese werden in jedem Spiel neu ausglost.

Alle Aktionsscheiben können genutzt werden, um Technologien und Errungenschaften zu erlangen. Diese sind auf Hexfeldern im Techbaum dargestellt. Die Anzahl der Technologien ist abhängig von der Spielerzahl und wird für jedes Spiel zufällig ausgewählt. Einige dieser Technologien schalten Sondersiegpunkte frei und können sehr stark sein. Genausogut kann man zusätzliche Aktionsscheiben erlangen und weitere Gebäude für seinen Hof bauen, in denen man Waren am Ende des Jahres lagern oder die gebäudespezifischen Aktionen nutzen kann.

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Der Kernmechanismus allerdings ist der Abbau der Kohle aus Pinge und Stollen. Für jeden abgebauten und auf seinen Hof verbrachten Kohlewürfel bekommt man am Ende des Jahres Siegpunkte.


Wie es schmeckt: Haspelknecht hat mir von der ersten Partie an sehr viel Spaß gemacht. Die meisten Partien habe ich mit meiner Frau, ergo zu zweit gespielt. Sie ist etwas schwerer von Spielen zu begeistern aber hierbei bedurfte es nach der ersten Partie keiner weiteren Überredungsarbeit. Es macht Spaß die Kohlewürfel aus Pinge und Stollen abzubauen und Getreide für den Winter einzulagern. Der variable Tech-Baum erhöht den Wiederspielreiz. Den Mechanismus zur Auswahl der Aktionsscheiben finde ich sehr gelungen. Hier kann man den Mitspielern schonmal gehörig in die Parade fahren. Dennoch macht man den Mitspielern nie etwas kaputt oder zerstört etwas auf deren Tabelaus. Diese Art von Interaktion gefällt mir.

Thematisch holt mich Haspelknecht total ab. Sicher ist das Thema beliebig austauschbar und aufgesetzt aber ich finde es passt hier gut. Das Artwork hat seinen ganz eigenen Stil, der mir aber gut gefällt. Haspelknecht gehört zu unseren Lieblingsspielen und kommt immer mal wieder auf den Tisch.

Ein Gaumenschmaus!


Kurzfakten:

Köche: 2-4 (bisher in jeder Besetzung gut)

Zubereitungszeit: ca. 60-90 Minuten

Platz im Menü: Hauptspeise

Zubereitungsschwierigkeit: gehoben (kein Familienspiel)

Glücksanteil: Dieser hält sich in Grenzen. Es bedarf einer guten Planung (Aufpassen auf Grübelköche)

 

 

 

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