Kaiserschmarrn mit Apfelmus (Grand Austria Hotel)

Spieldesign: Virginio Gigli, Simone Luciani

Illustrationen: Klemenz Franz

Verlag: Lookout Games, Mayfair Games


Ein etwas älteres Rezept aus dem Jahre 2013 haben wir uns da zu zweit vorgenommen. Die vorangegangen Empfehlungen sprachen von einer hohen Downtime und von einer Spielerzahl zu zweit als optimal. Wir spielen also jeweils Hotelbetreiber mit angeschlossenem Kaffeehaus in einem Wien im 19. Jahrhundert.


Gespielt wird über sieben Runden mit dem Ziel, die meisten Siegpunkte zu erlangen. Diese bekommt man auf unterschiedlichen Wegen. Zum einen kann man ausliegende Gäste in sein Kaffeehaus aufnehmen. Sobald man deren Wünsche nach Kaffee, Wein, Strudel und Torte erfüllt hat, quartieren sich diese in unserem Hotel ein. Im Wien zur Kaiserzeit gilt es auch dem Kaiser zu gefallen. Also wird nach der dritten, der fünften und der siebten Runde eine Kaiserleiste gewertet. Wer im Laufe der Runden hier weit vorangeschritten ist, kann hier gut Punkte und/oder Boni abgreifen. Wer zu wenig Schritte gemacht hat, bekommt Punkte abgezogen oder sogar Mali auferlegt.

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Spielaufbau Grand Austria Hotel zu zweit.

In jeder Runde muss man zwei Grundaktionen durchführen. Dazu kommen noch mehrere optionale Zusatzaktionen. Welche der sechs Grundaktionen zur Verfügung stehen, wird über einen Würfeleinsetzmechanismus bestimmt. Natürlich gibt es auch hier einige Möglichkeiten den Würfeln etwas auf die Sprünge zu helfen. Helfen kann mir auch weiteres Personal, dass man in Form von Karten in seine Auslage spielen kann. Über das Personal komme ich zum Beispiel an zusätzliche Speisen und Getränke oder kann die Zimmer für meine Gäste einfacher vorbereiten. Denn die Gäste gibt es in drei verschiedenen Farben plus eine Jokerfarbe. Natürlich zieht eine rote Gästekarte nur in ein rotes Hotelzimmer.


Grand Austria Hotel hat mir in der Erstpartie sehr gut gefallen. Es ist für mich ein Wohlfühlspiel. Es macht unheimlich Spaß sich die, mitunter lustig gestalteten, Gäste für sein Kaffeehaus aus der Auslage auszusuchen und sie anschließend mit Kaffee oder Ähnlichem zu bewirten. Die Gäste danach ein einem kleinen Puzzlemechanismus in sein Hotel aufzunehmen, fühlt sich für mich stimmig an.


Aufgesetzt wirkt der Mechanismus trotzdem. Beim bewirten der Gäste und einquartieren derselbigen mag man das noch verzeihen. Aber die Kaiserleiste fügt sich da nicht so herausragend in das Gesamtbild ein und verleidet mir das Thema etwas.


Die Interaktion ist relativ gering. Da sich alle Spieler einen Würfelpool teilen und für jede Aktion einer aus dem Pool genommen wird, kommt man sich hier geringfügig in die Quere. In jeder Runde kann man trotzdem auch bei unpassenden Würfeln etwas machen und kein Zug wirkt verloren. Hier kommen hoffentlich bald noch ein paar Partien. Ich würde es zumindest noch gerne zu dritt ausprobieren und mir selbst ein Bild von der hohen Downtime machen. Da sich aber ausliegende Gäste und restliche Würfel in jedem Spielerzug verändern, kann man seinen Zug nur selten vorher planen. Man muss dann schon auf die neuen Umstände reagieren. Daher kann ich mir gut vorstellen, dass es zu einer hohen Downtime kommen kann. In meinem ersten Zweispielerspiel hielt diese sich aber sehr in Grenzen.