Kochen ohne Strom? (Blackout Hong Kong)

Designer: Alexander Pfister

Illustrations: Chris Quilliams

Publisher: Eggert Spiele

Zu dritt haben wir uns wieder aufgemacht die fernöstliche Küche der Moderne zu erkunden. Aufgetischt wurde Blackout Hong Kong von Alexander Pfister. Blackout spielt in der nicht zu fernen Zukunft im Jahr 2020 und handelt von einem totalen Stromausfall in der kleinen chinesischen Sonderverwaltungszone Hong Kong. Auf einem dunkel gehaltenen Plan, der den tatsächlichen Umrissen Hong Kongs gut nachempfunden ist, müssen wir versuchen mit Freiwilligen und Spezialisten die Stromversorgung der 16 Bezirke (eigentlich 18) wiederherzustellen. Leider ist dies nicht das Ziel im spieltechnischen Sinne. Denn wir müssen versuchen soviele Siegpunkte zu erlangen wie möglich. Das am Ende möglicherweise einige Bezirke im Dunkeln gelassen werden stört aber nicht.

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Spielaufbau zu dritt (Die Münzen gehören nicht dazu)

In meinen bisherigen zwei Partien (einmal solo und einmal zu dritt) hat mir die Verzahnung der Mechanismen gut gefallen. Die Spezialisten und Freiwilligen spielt man jede Runde als Karten in seine Auslage, um auf einem Rondell verschiedene Ressourcen zu generieren. Welche Ressourcen es zu sammeln gibt wird jede Runde mittels drei Würfeln ausgewürfelt. Alles was man so zum Überleben bei Stromausfall braucht. Von Reis über Wasser bis zu Benzin. Mithilfe der Ressourcen kann man neue Freiwillige und Spezialisten anwerben, die es wiederum erlauben Krisenzentren der einzelnen Bezirke zu besetzen. Sind alle besetzt, geht das Licht wieder an und der Bezirk ist gesichert. Hier gibt es einige Siegpunkte abzustauben.

Solange ein Bezirk noch im Dunkeln liegt, kann man aus seinen Handkarten der Freiwilligen und Spezialisten einen Suchtrupp zusammenstellen, um ebenfalls Siegpunkte zu erlangen. Aber auch Ressourcen können unter den Suchmarkern gefunden werden. Allerdings birgt das Suchen auch Gefahren. Hierbei wird immer mindestens eine Person des Suchtrupps verletzt, muss ins Krankenhaus und steht als Handkarte zunächst nicht mehr zur Verfügung.

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Spielertableau

Die viel kritisierte Gestaltung des Planes kann ich nicht nachvollziehen. Alles ist in dunklen Farben gehalten, macht aber auf mich einen stimmungsvollen Eindruck. Was will man auch erwarten bei Stromausfall. Leider kommt das, in meinen Augen, äußerst interessante Thema überhaupt nicht zum Tragen. Nach dem Konsum des Romans „Blackout – Morgen ist es zu spät“ von Marc Elsberg (den ich übrigens sehr empfehlen kann), hatte ich mich in Verbindung mit dem Autor des Spiels Alexander Pfister sehr auf das Spiel und die thematische Umsetzung gefreut. Da war ich dann doch etwas ernüchtert. Aber die handwerklich toll verzahnten Mechanismen machen diesen Wehmutstropfen mehr als zur Genüge wieder wett. Ich bin gespannt auf die folgenden Partien, denn die wird es sicher geben.