Soulfood (Cerebria)

Designer: Richard Amann, Viktor Peter, István Pócsi, Frigyes Schőberl, Nick Shaw Dávid Turczi

Illustrations: Pedro A. Alberto, Toby Allen, Villő Farkas, Jamie Sichel

Publisher: Mindclash Games

Vier Köche haben sich auf eine Reise tief in die menschliche Identität begeben. In Cerebria aus dem Hause Mind-Clash-Games versuchen die helle und die dunkle Seite eine Seele zu beeinflussen. Es ist ein Team-Mehrheiten-Spiel, das mir in dieser Form auch noch nicht untergekommen ist.


Im Vier-Spieler-Spiel werden zunächst besagte Teams gebildet. Ein Team bildet die Glückseligkeit, das andere die Düsternis. Jeder Spieler sucht sich danach einen von acht passenden Stimmungen aus. In unserem Fall traten Hass und Bosheit gegen Harmonie und Freude an. Jeder Spieler hat sein eigenes Spielerboard und jedes Team teilt sich zusätzlich noch ein Team-Board. In den fünf Reichen des Spielbretts kämpfen die Stimmungen in Form von Miniaturen alsbald um Mehrheiten in den Reichen und an den Grenzen der Reiche. Hierzu spielen sie unterschiedliche Emotionen aus und belegen sie mit Essenz. Emotionen gibt es in Form von Karten, die auf unterschiedliche Slots gespielt werden können. Jeder Spieler kann sich zu Beginn sein eigenes Deck von Emotionen zusammenstellen. In der Mitte dreht sich ein Sphären-Board mit Willenskraft-Kristallen. Willenskraft ist eine der Ressourcen neben Essenz. Durch bestimmte Ereignisse werden Wertungen ausgelöst und für gelöste Aufgaben, darf man ein gutes oder böses Seelenfragment auf dem Identitätsturm in der Mitte stapeln.

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Spielaufbau kurz nach Beginn der Partie mit einem bisher nur guten Identitätsturm in der Mitte

Im Spiel Zwei gegen Zwei müssen sich die Teammitglieder gut absprechen. Nur gemeinsam kann man gewinnen und genügend Fragmente auf den Identitätsturm in der Mitte legen. Da wird häufig getuschelt und das gemeinsame Strategie-Absprechen macht echt Spaß. Zudem muss man sich die Ressource Ambition auf dem gemeinsamen Team-Board teilen. Auch kann man die ausliegenden Emotionen seines Teammitglieds beeinflussen. Eine schöne Art der gemeinsamen Interaktion.


A propos Interaktion: Diese ist wie erwartet bei einem Mehrheitenspiel sehr ausgeprägt. Ausliegende Emotionen des Gegners können auch abgebaut werden. Festungen zur Sicherung der Kontrolle über ein Reich können abgerissen werden. Nach und nach wächst der Turm mit den hell und dunkel gefärbten Fragmenten in der Mitte. Das ist haptisch sehr ansprechend und sieht zudem noch klasse aus. Zuviele Fragmente der Gegenseite? Da fühlt man sich ganz schön unter Druck gesetzt, wenn man sieht wie der Turm durch die gegenerischen Fragmente wächst.


Zu einem von den Spielern steuerbaren Zeitpunkt werden Wertungen ausgelöst. Es gibt eine gemeinsame Auslage von Zielen die nacheinander abgearbeitet werden. Die Teams kämpfen um das jeweils aktive Ziel. Aber jedes Team hat zusätzlich einen Stapel von geheimen Zielen vor sich ausliegen und arbeitet gleichzeitig an seinem eigenen Ziel. Wird ein Wertung ausgelöst, werden sowohl das gemeinsame als auch die individuellen geheimen Teamziele gewertet. Da jedes Team die gleichen geheimen Ziele aber in einer zufälligen und damit unterschiedlichen Reihenfolge hat, versucht man das jeweilige Ziel des gegnerischen Teams zu erraten und zu vereiteln.


Das Material ist großartig und sehr wertig. Liebevolle Gestaltung der Karten und der Stimmungen werden durch schöne Miniaturen ergänzt. Aufgebaut ist Cerebria ein echter Hingucker.


Ich freue mich unheimlich darauf weitere Partien zu spielen. Ich glaube aber, dass vier Spieler die optimale Spielerzahl ist. Bei drei Spielern bin ich gespannt wie es sich spielt. Durch den Solo-Modus bin ich noch nicht durchgestiegen. Insgesamt bin ich froh in den Kickstarter eingestiegen zu sein!